Wie in vielen anderen Teilen der Welt, wird das Fest auch in Katalonien meistens mit der Familie gefeiert. Was man in dieser Region üblicherweise als Weihnachtsessen serviert, erzählen wir in diesem Artikel.


Der Christbaum steht und alles ist festlich geschmückt. Die Geschenke sind eingepackt und die Liebsten eingeladen. Auch in dieser Region hat das Fest seine Tradition und ist eine familiäre Angelegenheit. Mit solch großer Vielfalt an Qualitätsprodukten, wie in Katalonien verwundert es daher auch nicht, dass auch die Weihnachtsessen umfangreich sind. Kräftige Brühen, Geflügelrezepte, Salate mit Gemüse der Saison und die Berge von Süßem sind ein Muss.

Doch was genau kommt als Weihnachtsessen hierzulande traditionell bei vielen Familien auf den Tisch?

Abendessen am Heiligen Abend.

In Katalonien isst man, wie auch in vielen Teilen Deutschland an Heiligabend traditionell einfachere Dinge. In vielen Haushalten wird eine Hühner- oder Fischsuppe zubereitet, als Vorspeise für die kalten Tapas, die danach kommen. Dann kommt der Moment für leckere regionale Wurst, wie beispielsweise ‚pa de fetge‘ (einer Art Leberwurst) typisch aus La Cerdanya. Ebenfalls ist Katalonien, neben vielen anderen Wurstspezialitäten auch für guten Schinken bekannt. Und natürlich dürfen auch ein paar Scheiben ‚fuet‘ oder ‚longanissa‘ (Arten von Salami), Käse und gekochte Meeresfrüchte auf dem Tisch nicht fehlen.

Das Ganze wird selbstverständlich großen Scheiben geröstetem Landbrot, und und Oliven begleitet, um sich ein ‚pa amb tomaquet‘ zuzubereiten.

Essen am 1. Weihnachtsfeiertag

Das Christkind ist geboren, der Tió hat die Geschenke gebracht, nun ist es Zeit für den grossen Festschmaus! Hierbei gibt es, ganz traditionell zuerst einmal die ‘escudella amb galets i pilota’. Dabei handelt es sich um eine Art klare Suppe mit muschelförmiger Pasta. Die Nudeln werden zuvor mit Hackfleisch gefüllt, die anschliessend in der Brühe garen.

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Zum Hauptgang kommt meist aber, auch hierzulande, ein Braten auf dem Tisch. Zubereitet wird zur Feier des Tages in vielen Häusern ein ‚gall negre‘ (ein schwarzer Hahn aus der Gegend Penedès) oder ein ‚Capó Pota Blava‘ aus El Prat de Llobregat. Nach altem katalanischem Rezept wird dieser dann mit Wurst, Speck, getrockneten Pflaumen und Pinienkernen gefüllt wird. 

Zum Dessert freut man sich jedes Jahr auf die Neules und Torrons. Um die Gläser zu füllen, kann man ebenfalls auf Produkte aus der “Nachbraschaft zurückgreifen. Nicht nur in Penedès gibt es guten Wein. Katalonien hat mit L’Empordà, dem Priorat und der ‘Terra Alta’ Anbaugebiete mit leckeren Sorten, um nur Einige zu nennen. Die Flasche Cava steht natürlich sowieso im Kühlschrank bereit.

Essen am Tag des Sant Esteve (2. Weihnachtsfeiertag)

Das Konzept der Hauptmahlzeit an diesem Tag kennen Köche aus aller Welt sehr gut. Die besten Gerichte entstehen aus den Resten der vorherigen Mahlzeiten. Und tatsächlich, die ‚Cannelons‘ (Cannelloni), die zu Sant Esteve serviert werden, bestehen aus dem übrig gebliebenen Fleisch des Vortages.

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Dabei gibt es bei der Kreativität natürlich keine Grenzen. Manche verwenden für diese Mahlzeit sogar Trüffel, zum Beispiel Berguedà, um ihr eine ganz besondere Note zu geben. Fortgesetzt wird das Weihnachtsessen am 2. Feiertag bei vielen Familien, auch nach alter Tradition, mit einem Fisch aus dem Ofen.