Eine Menge bekannter Autoren haben über die Stadt geschrieben. Wir stellen einige Romane über Barcelona vor, die es lohnt zu lesen.

An einem der wenigen regnerischen Tage, an einem Sonntag auf der Couch, in einem Café oder gemütlich am Strand. Gelegenheiten und Orte zum Lesen gibt es genügend. Ob man hier wohnt oder davon träumt, Bücher sind eine Möglichkeit die katalanische Hauptstadt auf ganz andere Art kennenzulernen. Der Tag des des Sant Jordi ist doch ein guter Anlass für ein neues Buch.

Wir stellen euch einige Romane über Barcelona vor, die lesenswert sind:

Mercè Rodoreda: »Auf der Plaça del Diamant«

Die Autorin hatte sich während der Zeit der Franco-Diktatur französischen Exil aufgehalten. Erst als sie wieder in ihre Heimatstadt zurückkehrte, begann sie wieder mit dem Schreiben von Büchern.

Und das mit großem Erfolg. Mercè Rodoredas (1908 – 1983) Roman erzählt unglaublich eindringlich über das Leben von Colometa. Dabei handelt es sich um eine traditionsbewusste junge Dame, die ihren Ehemann im Spanischen Bürgerkrieg verlor.

Dieser Umstand zwingt sie, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Der fesselnde Roman der katalanischen Schriftstellerin wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt und machte sie auf der ganzen Welt berühmt. Er gehört definitiv zu den Werken der katalanischen Literatur, die man gelesen haben muss.

Mercè Rodoreda: »Auf der Plaça del Diamant«

»Stadt der Wunder« von Eduardo Mendoza

Der Roman handelt über die Geburt Barcelonas als Weltstadt. Er schildert den Aufstieg des ehrgeizigen und skrupellosen Onofre Bouvila. Er erkennt, dass sein Vater ein Betrüger ist, lässt sein ärmliches Landleben zurück und sucht sein Glück in Barcelona. Es ist das Jahr 1888.  Die katalanische Hauptstadt steht dank der Weltausstellung kurz davor den Schritt von der Provinzstadt zur Metropole zu machen. Onofre nutzt eine sich ihm bietende Chance und ihm gelingt ein beispielloser Aufstieg zum mächtigsten Mann der katalanischen Metropole, den weder die gute Gesellschaft noch die Unterwelt aufhalten können.

Er erreicht Wohlstand und Einfluss, weit über seine wildesten Träume hinaus. Seine bemerkenswerte Geschichte steht auf dem Höhepunkt, als Barcelona auf die zweite Weltausstellung im Jahr 1929 wartet. Eduardo Mendoza, geboren 1943 in Barcelona, ist einer der wichtigsten spanischsprachigen Autoren der Gegenwart. »Die Stadt der Wunder« verhalf ihm endgültig zum internationalen Durchbruch als gefeierter Schriftsteller.

»Stadt der Wunder« von Eduardo Mendoza - Romane über Barcelona

Sergi Pamiès – »Der große Roman über Barcelona«

Der Autor wurde 1960 im Exil in Paris geboren und lebt seit 1971 in Barcelona. Er ist zweifellos einer der wichtigsten Vertreter der modernen katalanischen Literatur. Der Schriftsteller erzählt in diesem Buch auf ganz ungewöhnliche Weise über seine Heimatstat.

Die absurde, skurrile Reise durch sein Barcelona führt über mehrere Etappen, aufgeteilt in insgesamt 15 Erzählungen. Das preisgekrönte Buch wirft einen provokanten Blick auf die katalanische Metropole und ihre Menschen. Dabei können die einzelnen Geschichten wie beispielsweise »Weihnachtslied«, »Durst« und »Klassische Musik« unterschiedlicher nicht sein.

Es ist mittlerweile das dritte Werk von Pàmies, das auch in deutscher Sprache erschienen ist. Im Mittelpunkt steht aber immer die Stadt Barcelona und deren Zauber, den Pàmies dem Leser auf seine Weise präsentiert.

Sergi Pamiès – »Der große Roman über Barcelona«

»Schatten des Windes« (Carlos Ruiz Zafón)

Als er 2020 in seiner Wahlheimat Los Angeles starb, hinterließ er nicht nur Fans auf der ganzen Welt, sondern auch eine Vielzahl von literarischen Bestsellern.

Dieser unvergessliche Roman ist einer seiner großen Romane über seinen Geburtsort Barcelona, die alle zu Welterfolgen wurden. Diese Reise in die Welt des weltbekannten Schriftstellers erzählt die Geschichte vom jungen Daniel Sempere. Er wächst mit seinem Vater im grauen Barcelona der Franco-Diktatur auf. Dieser zeigt ihm eines Tages einen mystischen Ort, den Friedhof der Vergessenen Bücher. Dort darf sich Daniel einen Roman aussuchen und entdeckt »Der Schatten des Windes« von einem verschwundenen Autor. 

Er macht sich auf die Suche nach ihm, will wissen, wer dieser Mensch war, dessen Buch ihn so sehr fasziniert. Es wird sein Leben verändern, denn es gibt nicht nur noch wenige Exemplare, sondern auch jemanden, der diese vernichten will.

»Schatten des Windes« (Carlos Ruiz Zafón)

Juan Marsé – »Letzte Tage mit Teresa«

Im Barcelona der fünfziger Jahre gibt es einerseits die Viertel der gutbürgerlichen Gesellschaft. Auf der anderen Seite sind die Bezirke der Armen. Dort sind Menschen zu Hause, denen das Geld kaum zum Überleben reicht.

Manolo, ein Einwanderer aus Andalusien, lebt im Carmel bei seinem Bruder, in dessen Werkstatt er arbeitet. Das ist ihm aber nicht genug, beginnt mit kleinen Diebstählen und lässt sich von reichen Touristinnen aushalten. Während der Party in der Villa von Reichen lernt er Maruja und Teresa kennen. Zwischen den dreien entsteht eine komplizierte Dreiecksbeziehung.

Der Roman handelt aber nicht nur von der Liebesgeschichte der drei so unterschiedlichen Menschen. Er erzählt auch von einer Zeit der Studentenunruhen, Arbeiteraufständen und der Ungerechtigkeit zwischen den Gesellschaftsklassen. Der Autor versteht es so gut zu schreiben, dass man kaum merkt wie man eine Seite nach der anderen liest. Währenddessen bleibt alles offen und es scheint alles möglich zu sein.

Romane über Barcelona - Juan Marsé – »Letzte Tage mit Teresa«

»Nada« von Carmen Laforet

Als Waise zieht es Andrea nach Barcelona als sie 18 Jahre alt wird. Sie findet Unterkunft bei Verwandten und will an der Universität Literatur studieren. Sie hofft auf ein neues Leben voller Freude, neuer Entdeckungen und Freiheit. Aber sie findet sich in der ungepflegten Wohnung einer verarmten Familie wieder. Die Erzählung handelt während der Zeit nach dem spanischen Bürgerkrieg, zu Beginn der Franco-Diktatur. Eine Epoche, in der die Autorin auch die meisten ihrer Werke schrieb. Dies spielt aber eine untergeordnete Rolle, der strenge Katholizismus ist im Roman jedoch präsent. Es sind nicht die besten Umstände für ein junges, lebenshungriges Mädchen, das immer mehr darunter leidet.

Dies ändert sich, als sie an der Universität die fröhliche Ena kennenlernt. Sie stammt aus einer wohlhabenden Familie, freundet sich mit ihr an und gibt ihr das Gefühl, nicht allein zu sein. Der Roman zeigt dem Leser ein Bild der Menschen im Spanien der 40er Jahre. Verschuldet oder unverschuldet werden viele zum Opfer ihrer Lebenssituation. Andere sind voller Träume von Verwirklichung und Freiheit wie die Protagonistin Andrea.

Romane über Barcelona - Nada von Carmen Laforet

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