Parc de la Ciutadella

Parc de la ciutadella

Heutzutage eine beliebte Oase für Jogger, Radfahrer und Picknicks mit Freunden oder Familie. Doch der Parc de la Ciutadella hat eine dunkle Vergangenheit.

Die Gärten, in dessen Mitte sich das katalanische Parlament befindet, wird in der Gegenwart für die verschiedensten Aktivitäten genutzt. Gerade im Sommer sieht man Familien beim Picknick, andere durchqueren ihn mit dem Fahrrad oder haben hier ihre Lieblings-Joggingstrecke gefunden. Dabei ahnen viele Besucher gar nicht, was hier zuvor schon alles passiert ist. Wir erzählen die Geschichte des Parc de la Ciutadella.



Man schrieb das 17. Jahrhundert. Der Erbfolgekrieg war in vollem Gange und in solchen Kriegen war es damals notwendig, sich zu positionieren. Das tat auch Barcelona, ​​​​als Stadt bzw. als autonome Einheit, vertreten durch diejenigen, die in jener Zeit das Geld hatten. Zunächst stand man auf der einen Seite, änderte später jedoch seine Meinung und unterstützte die Truppen von Carlos von Österreich. Mit fatalen Folgen für Stadt und Region.

Fatale Folgen

Und wie so oft nach Kriegskonflikten, nach dem Blutvergießen, war auch hier Vergebung fern des Möglichen. Erst recht im Fall von Barcelona, ​​einer Stadt, die während ihrer Belagerung bis zum Schluss erbitterten Widerstand leistete. Ein Umstand, der dem König Felipe V, dessen geistige Gesundheit als nicht existent in die Geschichte einging, überhaupt nicht gefiel. Um Barcelona unter Kontrolle zu halten, beschloss er, das Viertel La Ribera, vollkommen zu zerstören. 1200 Häuser und viele Gebäude von öffentlichem Interesse wurden abgerissen. Darüber hinaus vertrieb man damit mehr als 4000 Familien, ohne ihnen ein neues Zuhause zu geben.

Parc de la ciutadella

Was geschah danach? Der Borbone ließ dort eine bewaffnete Festung des Staates. Eine Zitadelle (kat. Ciutadella). Es entstand eine ummauerte Bastion mit fünf Wachtürmen, die Soldaten beherbergte. Diese wurden dort mit einem einzigen Auftrag stationiert: Jeden möglichen Aufstand unter allen Mitteln niederzuschlagen. 

Für die Menschen in Barcelona eine reine Provokation. Denn nun lebten die Eroberer (die die Waffen hatten) auch noch in der unmittelbaren Nachbarschaft. In Wirklichkeit gefiel es keiner der beiden Seiten. Die Bewohner der Festung lebten darin, fast wie in einem Ghetto. Die Bevölkerung Barcelonas hingegen für fast jede Handlung bestraft, verurteilt oder eingesperrt. Die Strafen waren übertrieben hart und innerhalb der Festung befand sich sogar eine Esplanade, auf der die Gefangenen gehängt wurden.


Die schönsten Parks und Gärten in Barcelona


Die Zitadelle war ein Symbol der Repression in Barcelona, ​​bis im Jahre bis 1841 versucht wurde, sie abzureißen. Wirklich verschwinden sollte sie allerdings erst 1869. Nach der Revolution des Vorjahres versprach General Prim, die Festung der Stadt zu überlassen. Einzige Voraussetzung: das Land muss für einen öffentlichen Garten genutzt und die Kosten vom Stadtrat getragen werden.

Parc de la ciutadella
Grosszügige Parkanlage inmitten der Stadt (Foto: BarcelonAlemany.com)

Neue und alte Elemente

Daraufhin schrieb eine Jury, geleitet vom damaligen Bürgermeisters Francesc de Paula Rius i Taulet, einen Wettbewerb zur Gestaltung aus. Der Auftrag wurde an den Landschaftsarchitekten Josep Fontserà vergeben wurde. Er entwarf Gärten, die von französischen, italienischen und englischen Vorbildern inspiriert wurden, insbesondere den Luxemburger Garten in Paris.

Während der Entstehung des Parks blieben Teile der alten Festung erhalten. So wurde auf den Fundamenten der Kapelle zum Beispiel die heutige Parroquia Castrense errichtet. Im ehemaligen Gouverneurspalast befindet sich nun die IES Verdaguer und auch das Arsenal wurde nicht abgerissen. Verschiedene neue Elemente kamen hinzu, unter anderem der monumentale Wasserfall, zu dem der junge Antoni Gaudí das hydraulische System beitrug. Fertiggestellt wurde der Parc de la Ciutadella zur Weltausstellung, die Barcelona 1888 zum ersten Mal austrug.

Parc de la ciutadella
Der monumentale Wasserfall, an dem Gaudí mitwirkte (Foto: BarcelonAlemany.com)

Einzigster öffentlicher Park

Am 24.Setembre 1892 wurde der Zoo Barcelona eröffnet und der Park wuchs weiter an Größe, vor allem aber an Popularität in der Bevölkerung. Eine Zeit lang war er der einzige öffentliche Park in Barcelona. Seit seiner Entstehung erlebte der Parc de la Cuitadella viele Veränderungen. So existierte hier zwischen 1911 und 1921 ein Freizeitpark mit einer riesigen Achterbahn und auch ein Casino wurde zwischenzeitlich errichtet. 

1932 zog das katalanische Parlament ins ehemalige Arsenal der Cuitadella ein und in anderen Gebäuden wurden verschiedene Institute untergebracht. Im Laufe der Jahre gestaltete man den Parks öfter um, bis er zu dem wurde, wie wir ihn heute kennen.

Die Stadt und seine Bewohner können froh sein, einen solch schönen Park zu haben genießen. Aber vielleicht widmet man beim nächsten Besuch einmal einen Moment dem Gedenken an die armen Menschen, die hier leiden mussten. Wo heute Grünflächen sind und Wege entlangführen, ist einmal eine Menge Blut geflossen ist. Aber trotz des etwas schaurigen Teils der Vergangenheit Barcelonas sollten wir den Park auch weiterhin genießen.


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