Während des gesamten Jahres, bis Anfang 2022 soll in Barcelona das Tempolimit mehr kontrolliert werden. Insgesamt will man fast 50 neue Radargeräte in der Stadt installieren.


BARCELONA / ACN. Mit der Umweltzone, die letztem Jahr in Barcelona eingeführt wurde, hatte die Stadtverwaltung bereits einen Beitrag zum Umweltschutz geleistet. Nun wird sich um die Verkehrsicherheit gekümmert. In diesem Zusammenhang wurde hat der Stadtrat von Barcelona angekündigt, 50 neue Radargeräte in der Stadt zu installieren. Ziel dabei sei es, die Verkehrsgeschwindigkeit zu verringern und Unfälle zu reduzieren“, heisst es aus dem Rathaus. Geschwindigkeitsüberschreitung ist einer der häufigsten Ursachen bei Unfällen bzw. verschärft häufig die Folgen. Aus diesem Grund wurde entschieden, dass parallel zu der Sensibilisierungskampagnen eine direktere Strategie erforderlich ist.

So setzt man in Barcelona darauf, zur Kontrolle der Geschwindigkeit innerhalb der Stadt ein Netz von Radargeräten einzusetzen. 

Unter anderem wird es im Túnel de Badal und auf der Ronda Litoral jeweils in beide Fahrtrichtungen neue Radargeräte geben. Weitere 32 Radarkontrollen sind an verschiedenen Punkten des gesamten Stadtgebiets geplant. Darüber werden auch 12 neue Kameras zur Kontrolle des Tempolimits in Bereichen von Schulen geben. Dort soll zusätzlich die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h reduziert wird.



Fuss vom Gas

Die Stadträtin für Mobilität, Rosa Alarcón, gibt zu, dass die Maßnahme bei einigen Einwohnern Barcelonas „keine große Freude“ hervorrufen wird. Sie stellte jedoch klar, dass „das Ziel der Radargeräte nicht darin besteht, Geldstrafen zu verhängen. Wir wollen lediglich sicherzustellen, dass alle Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeitsbegrenzungen einhalten.“ Laut Alarcón werden alle Radargeräte signalisiert, damit „jeder weiß, wo sie sind“. Die Botschaft klar: „Wir wollen in erster Linie, dass die Tempolimit eingehalten wird.“

Im vergangenen Jahr haben sich die Geschwindigkeitsstrafen von 350.000 auf über 600.000 fast verdoppelt. Experten der Polizei und der Abteilung für Mobilität haben dazu eine Theorie. Diese besagt, dass normalerweise vielbefahrene Straßen durch die Beschränkungen der letzten Monate leerer sind. Dies gebe ein falsches Sicherheitsgefühl verleite viele Verkehrsteilnehmer dazu, schneller zu fahren. „Die Herausforderung besteht darin, den Verkehr allgemein zu verlangsamen“, betonte Alarcón.

Neues System von Radargeräten

Neues Radarsystem in Barcelona
Ein neues System der Überwachung des Tempolimits (Quelle: Ajuntament de Barcelona)

Bereits im März das neue System zur Geschwindigkeitsüberwachung in einem weiteren Bereich eingerichtet. Installiert wird es in beiden Richtungen des Túnel de la Rovira, der vom Plaça Alfons el Sage zur Rambla del Carmel führt. Es ist das zweite Radar seiner Art in der Stadt sein. Auf der Ronda de Dalt wurde es bereits seit 2016 eingesetzt. Dort ist es allerdings nur in einer Richtung in Betrieb, zwischen dem Plaça Karl-Marx-Platz und dem Nus de la Trinidad.

Vorgesehen ist die sogenannte Streckenüberwachung (radars de tram) auch für den Túnel  de Badal, zwischen dem Plaça Cerdà und der Avinguda Diagonal. Dort soll sie ab Sommer 2021 funktionieren. Auf der Ronda Litoral, im Abschnitt zwischen Barceloneta und Miramar ist sie für 2022 geplant.Wir haben uns auf besagten Strecken für diesen Radartyp entschieden, um, „Fahrzeuge zu identifizieren, die die Geschwindigkeitsbegrenzung kontinuierlich überschreiten. Außerdem sollen damit die „Mobilität und die Verkehrsströme untersucht werden können“.

Alle neuen Radargeräte im Überblick: