Die katalanische Regierung hat eine weitere Unterstützung für fast 120.000 Bürger angekündigt. Die neue Hilfe für ERTO-Fälle soll sogar noch vor Ende August gezahlt werden.

Der Präsident der Generalitat, Pere Aragonès, präsentierte zu Wochenbeginn eine Vereinbarung zwischen der Regierung und den Sozialträgern. Man einigte sich, mehr als 1 Milliarde Euro bereitzustellen. Damit soll laut dem Regierungschef der Region „Arbeitsplätze geschützt und eine neue Hilfe für ERTO-Fälle gezahlt werden.“

Dies ist die zweite von der Regierung in diesem Jahr genehmigte Hilfe für Arbeiter in ERTO-Situation. Eine erste wurde bereits im Februar vereinbart und im März wurde damit begonnen, sie auszuzahlen. Koordinierungsprobleme zwischen der katalanischen Verwaltung und dem SEPE (abhängig vom spanischen Arbeitsministerium) verzögerten die Umsetzung jedoch. Beantragt wurde sie von insgesamt mehr als 140.000 Betroffenen. Rund ein Drittel von ihnen erhielt die Unterstützung mit einer Verzögerung von mehreren Wochen. Bis zum heutigen Tag warten noch fast 10.000 Antragsteller auf die Zahlung.

Die Verwaltung der Generalitat ist dabei auf die Informationen von SEPE abhängig. In den entsprechenden Fällen wurden die Daten verspätet oder bisher noch gar nicht gesendet. Aus diesem Grund konnte nicht überprüft werden, ob sich die Personen in ERTO befindet und die Beihilfe nicht gezahlt werden.

Fast 120.000 Betroffene

Neben der zusätzlichen Hilfe für Unternehmen wurde eine weitere Unterstützung Arbeitnehmer vereinbart. Für Angestellte, die im Mai 2021 noch immer von einem ERTO betroffen waren, werden 60 Millionen Euro bereitgestellt. Dabei handelt es sich um fast 119.345 Personen, die noch immer nicht wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren konnten.

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Viele Büros sind noch leer, die Menschen in ERTO (Foto: ACN)

Gezahlt werden zwischen 600 und 700 Euro pro Person. Die Höhe der Summer hängt davon ab, wie viele Monate der Arbeitnehmer bereits von einem ERTO betroffen ist. In Fällen von einem bis drei Monaten werden es 600 Euro sein. Bei vier oder fünf Monaten werden 700 Euro gezahlt. 

Ab dem 21. Juni 2021 können potenziell Begünstigte diese Hilfe über ein Formular auf der Webseite der Generalitat beantragen. „Wer die Anforderungen erfüllt, wird die zusätzliche Hilfszahlung noch vor Ende Juli erhalten.“ Dies versprach der “Minister” für Wirtschaft und Arbeit, Roger Torrent. Der Online-Antrag wird bis zum 30. Juni um 15.00 Uhr möglich sein.

“Die Wirtschaftskrise hat das gesamte Land hart getroffen und ist noch längst nicht überstanden, deshalb ist dieses Abkommen so wichtig. Das Ende der Krise wird auch nicht automatisch einsetzen, wenn die gesamte Bevölkerung geimpft ist. Deswegen müssen diese Hilfen Kontinuität haben”, erklärte der Generalsekretär der Gewerkschaft UGT, Camil Ros. Seitens der Generalitat schließt man nicht aus, dass es im nächsten Quartals Beihilfe in ähnlichem Format geben könnte.

Diese zweite Etappe der Unterstützungszahlungen wird die katalanische Regierung vollständig selbst verwalten und benötigt somit keine Daten der SEPE. Die Antragsteller müssen eine eigenverantwortliche Erklärung abgeben und die Daten werden anschließend überprüft. Personen, die dabei falsche Informationen angeben, wird das Geld wieder entzogen.


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