Kuriositäten des Kolumbus-Monuments

Es gibt einige Details des bekannten Wahrzeichens der Stadt, die wohl nur die wenigsten kennen. Unser Artikel handelt von Kuriositäten des Kolumbus-Monuments

In welche Richtung zeigt sein Finger in Wirklichkeit und wer war eigentlich der Architekt? Es ist ein Wahrzeichen der Stadt, doch ist es gleichzeitig auch sehr umstritten. Denn Südamerika wiederfuhr eine mehr als grausame Geschichte, nachdem der berühmte Seefahrer dort das erste Mal vor Anker ging. Ihm folgten die spanischen Eroberer, die mordeten, raubten und brandschatzten. Doch noch steht die Statur am Ende der Rambles und wir haben einige Kuriositäten des Kolumbus-Monuments zusammengetragen.



Was die Wenigsten wissen: die Statur hat einen Zwilling in Madrid. Und auch wenn sie nicht eineiig sind, ähneln sich die beiden Monumente schon sehr. Eine weitere Gemeinsamkeit der beiden Denkmäler ist der Baubeginn im gleichen Zeitraum des Jahres 1881. In der spanischen Hauptstadt war man allerdings ein wenig schneller fertig (1886). In Barcelona wurde das Bauwerk zwar erst zwei Jahre später eingeweiht, jedoch noch pünktlich zur Weltausstellung. Ein Ereignis, zu dem auch verschiedene andere Bauwerke entstanden, ohne die man sich Barcelona nicht mehr vorstellen könnte. Darunter zum Beispiel der Arc de Triomf, der Wasserfälle im Parc de la Ciutadella oder der Palau de les Belles Arts.

Einige Jahre später stand übrigens das 400. Jubiläum der Landung Kolumbus in Amerika auf dem Kalender. Ob der Zeitpunkt der Fertigstellung Zufall war, können auch Historiker nur mutmaßen.

Viel kritisierte Werbekampagne 2013 (Foto: Mundo Deportivo)

Eine Episode, die von vielen Seite kritisiert wurde, ereignete sich im Jahre 2013. Die Stadt staunte nicht schlecht, als das 60 Meter hohe Denkmal plötzlich ein riesiges Trikot des FC Barcelona trug. Die Fotos davon gingen natürlich durch allen Medien-Trikots. Diese Aktion wurde, außer von Anhängern des Clubs selbst, alles andere als gerne gesehen, da Werbung auf Denkmälern verboten ist.

Umstrittenes Denkmal

Auch wenn es eines der Touristenmagneten der Stadt ist, wird über seine Existenz schon länger viel diskutiert. Dies liegt aber nicht nur die immer grösser werdende Gemeinschaft der südamerikanischen Mitmenschen in Barcelona. Mit den Jahren gibt es immer mehr Stimmen, die fordern, das Denkmal zu entfernen. Der Hauptgrund dafür liegt auf der Hand: Kolumbus ging nicht nur an einem Kontinent an Land, der bereits bevölkert und entwickelt war. Die folgende spanische Kolonisierung brachte Millionen von Menschen in Südamerika den Tod. Ein Völkermord an mehr als 50 Millionen Einwohnern, die rund 90 % der Gesamtbevölkerung ausmachte. Der Rest musste sich der Religion, der Sprache und der Kultur unterwerfen.

Das Kolumbus-Denkmal bei Nacht (Foto: BarcelonAlemany.com)

Viele verschiedene Erbauer

Ein ebenfalls nicht ganz alltäglicher Umstand ist die Tatsache, dass es nicht nur einen Verantwortlichen bei der Entstehung gab. So waren neben dem Architekt Gaietà Buïgas i Monravà noch fast 20 weitere Personen an der Gestaltung des Kolumbus-Denkmals beteiligt. Darunter die Bildhauer Eduard B. Alentorn, Rafael Atché, Pere Carbonell, Josep Carcassó, Lluís Ferreri, Francesc Font, Manuel Fuxà, Josep Gamot, Josep Llimona, Rossend Nobas, Francesc Pagès i Serratosa, Giovanni Passani, Francisco Pastor, Leoncio Serra, Josep Tenas, Agapit Vallmitjana i Abarca und Antoni Vilanova. Die Gießarbeiten wurden von Alejandro Wohlguemuth geleitet und Josep Miret war später für die Restaurierung zuständig.

Aber wohin blickt er denn nun?

Eine weitere der Kuriositäten des Kolumbus-Monuments ist, dass es im ursprünglichen Projekt nirgendwo hinzeigte. Er sollte mit dem linken Arm ein Banner und die rechte Hand gegen seine Brust halten, ähnlich seinem Madrider „Zwillings“-Denkmal.

Die bekannteste Eigenschaft des Denkmals des (zufälligen) „Entdeckers“ Amerikas: Er deutet mit seinem Finger auf… Mallorca! Ja, richtig, auch wenn es Viele noch nicht bemerkt haben, zeigt er in Richtung der Balearen-Insel. Die Idee der Errichter des Bauwerks war, dass er seine Hand gen Amerika austreckt. Doch dachte man sich, dass die Leute nicht verstehen würden, wenn er auf die Rambles zeigt. So entschied man sich, dass er, wie es sich für einen Seefahrer gehört, auf’s Meer schaut.

Für eine weitere Theorie muss man auf der Weltkarte über Mallorca hinaus, ein wenig weiter blicken. So zeigt er nämlich ebenfalls Richtung Indien, dem Ziel, an dem Kolumbus eigentlich landen wollte. Eine zugegeben weit hergeholte Sichtweise ist, dass er weiterhin gleichermaßen auf Amerika zeigt. Obwohl es nicht gerade eine Abkürzung ist, diese Zehntausende von Kilometern zu viel zurückzulegen.


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