Die deutschen Behörden reagieren auf den Anstieg der Neu-Infektionen mit dem Coronavirus. Ab Sonntag sind nicht nur einige Regionen, sondern ganz Spanien wieder Risikogebiet. 

SPANIEN / DEUTSCHLAND, EUROPA PRESS. SDie Situation der Pandemie zeigte noch vor wenigen Wochen eine positive Entwicklung. Fast wöchentlich gab es seitens der Verantwortlichen der einzelnen autonomen Gemeinschaften neue Lockerungen. Der Alarmzustand endete und sogar die Maskenpflicht wurde landesweit aufgehoben und gilt nur noch in Innenbereichen. Trotz der Impfkampagne, die in allen Gebieten gut vorangeht werden aber erneut hohe Zahlen neuer Fälle von Coronavirus registriert. Wegen der ernsten Lage stuft das RKI ab Sonntag ganz Spanien wieder als Risikogebiet.



Deutschland befindet sich mitten in den Sommerferien. Viele Urlauber sitzen bereits auf gepackten Koffern oder haben eine Reise schon geplant. Das Auswärtige Amt rät aufgrund der Situation allerdings von touristischen Reisen in eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen ab. 

Bisher keine Auswirkungen

Bisher hat das jedoch noch keine Folgen für Reisende. Passagiere, die aus Spanien mit dem Flugzeug nach Deutschland zurückkehren, müssen wie auch bisher einen negativen Test. Nur auf diese Weise entfällt die Pflicht, sich nach der Rückkehr in Quarantäne zu begeben. Dies ist ebenfalls mit einem Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung möglich. 

Einreiseregeln für Deutschland im Überblick

Als Risikogebiete gelten Regionen, wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen bei mehr als 50 liegt. Es ist die niedrigste der drei Risikostufen. 

Sollte sich die Situation allerdings weiter verschlechtern und die Inzidenz auf über 200 steigen, wird die Region zum Hochinzidenzgebiet. Wer aus solch einer Gegend nach Deutschland zurückkehrt, muss in Quarantäne, wenn er nicht geimpft oder genesen ist. Das hätte dann nicht nur für viele Urlauber, sondern auch für den Tourismus-Sektor größere Folgen.

Wie Barcelonalemany bereits berichtete, wurden schon am vergangenen Sonntag verschiedene autonome Regionen als Risikogebiet auf die Liste des RKI aufgenommen. Wie jede Woche aktualisiert das Robert Koch-Institut die Liste der Länder und Gebiete mit Coronavirus-Gefahr. Diese ist unterteilt in Risiko-, Hochrisiko- und Virusvariantengebiet.

Wie auf Zypern (das sogar zum als Hochinzidenzgebiet wird) und Portugal ist die Anzahl neuer Ansteckungen auch in Spanien gestiegen. Die Inzidenz liegt auf den balearischen Inseln im Durchschnitt schon wieder bei 141. Landesweit steht die Marke sogar bei 179.

Ausgangssperre und Maskenpflicht

Einige Regionalregierungen fordern mehr Maßnahmen zur Eindämmung von Covid19. Um eine nächtliche Ausgangssperre anzuordnen, wie von den Kanaren und Kastilien geplant, benötigen sie aber mehr Kompetenzen. Daher wollen sie diese vor dem obersten Gerichtshof einklagen.

Europas Covid19-Karte (Quelle: RKI)

Neben der deutschen hat auch die französische Regierung davon abgeraten, aufgrund der Lage derzeit nach Spanien zu reisen. Landesweit wächst der Druck auf die Krankenhäuser und die Intensivstationen und es werden auch junge Menschen eingeliefert. Das der spanische Tourismusministerin Reyes Maroto das Land dabei immer noch als “ein sicheres Reiseziel” bezeichnet, ist unverständlich. Er ging sogar noch weiter und zeigte seinen Ärger gegenüber den Reisewarnungen anderer Regierungen.

Die Tourismusindustrie hofft dagegen, dass die Urlauber dennoch kommen. Nach einem vollkommen verlorenen Sommer 2020 sind viele Hotels, Restaurants, Stadtführer auf diese Saison dieses Jahres mehr als angewiesen. Ihre letzte Hoffnung ist die Impfkampagne in Spanien. Vor allem die ältere Bevölkerung und die Risikogruppen sind weitestgehend geimpft. Die neue, mittlerweile fünfte Welle besteht zum großen Teil aus neuen Ansteckungen junger, noch nicht geimpfter Menschen. 


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