Font Màgica de Montjuïc

Magischer Brunnen Barna

An einem Tag wie heute, wurde im Jahre 1929 der wohl bekannteste Brunnen der Stadt eingeweiht. Die Font Màgica de Montjuïc ist heutzutage einer der Touristenattraktionen Barcelonas.

Ursprünglich konstruiert wurde er anlässlich der Austragung Weltausstellung 1929. Nach 1888 war es bereits die zweite dieser Art, die in der katalanischen Hauptstadt stattfand. Entstanden ist er nach den Entwürfen von Carles Buïgas, der auch in den Jardins del mirador del alcalde Spuren hinterliessGenau betrachtet steht der Font Màgica de Montjuïc aber an einem Ort, an dem es gar keinen Platz gab.

Er steht in wohl jedem Reiseführer und fast täglich versammeln sich tausende Touristen rund um den Brunnen. Dabei lockt das Bauwerk selbst natürlich kaum jemanden an den Fuß des Montjuïc. Das wirkliche Spektakel ist die wunderschönen Musik- und Lichtshow. Ohne diese Vorführungen wäre der Brunnen sicher nur halb so interessant.



An der Stelle, an dem die Font Màgica am 19. Mai 1929 eingeweiht wurde wäre aber eigentlich gar Platz gewesen. Dort nämlich standen zuvor vier riesige Säulen, mit deren Konstruktion man Josep Puig i Cadafalch beauftragt hatte. (wem der Name bekannt vorkommt, hat vollkommen recht. Es ist der Architekt, der unter anderem das Haus errichtete, in dem sich das berühmte Restaurant 4 Gats befindet.) Während der ersten Diktatur in Spanien wurden sie allerdings abgerissen, da sie die vier roten Streifen der Regionalfahne Kataloniens repräsentierten. Erst im Jahr 2010 wurden sie wiedererrichtet. Dies allerdings wenige Meter von ihrem Ursprungsort entfernt, den dort stand ja nun der Brunnen.

Die Ursprünge

Magischer Brunnen Einweihung
Der magische Brunnen im Jahre 1929 (Foto: Arxiu de l’Ajuntament de Barcelona)

Die Weltausstellung von 1929 stand kurz bevor und die Arbeiten waren bereits weit fortgeschritten, doch den Auftraggebern fehlte etwas Besonderes. Daraufhin präsentierte Carles Buïgas das Projekt für ein “kolossales und gewagtes Werk”, aus dem der magische Brunnen des Montjuïc entstand. Es war bei vielen Verantwortlichen mehr als umstritten und wurde als Spinnerei verurteilt. Dennoch sollte der Traum des jungen Künstlers Realität werden. Mehr als 3000 Arbeiten waren daran beteiligt, den Hauptzugang zur Weltausstellung mit Wasser Licht und Farben zu füllen. 

Zwischen 1954 und 1955 wurde die Font Màgica dann, von seinem Erbauer selbst, restauriert. Viele Elemente gingen während des Bürgerkriegs kaputt oder verloren.

Zwischen den 1930er und 1960er Jahren entwarf Carles Buïgas weitere Brunnen dieser Art, wie beispielweise in Paris, Brüssel oder Rom. Viele davon sind noch heute Betrieb. Er war übrigens der Sohn des Architekten Gaietà Buïgas, der neben anderem für das Kolumbus-Denkmal in Barcelona verantwortlich war.


Beeindruckende Zahlen

  • das gesamte System der Font màgica de Montjuïc umfasst insgesamt 3,1 Millione Liter Wasser
  • über 132 Elektromotoren treiben die Pumpen, Beleuchtungsprismen und mobilen Wasserspiele an.
  • der Brunnen bewegt bis zu 2.925 Liter Wasser pro Sekunde 

Nach einigen Reparaturen für die olympischen Spiele 1992, wurde die Anlage wenige Jahre später aufwendig restauriert. Dabei installierte man neue Motoren, ein neues Licht-, ein moderneres Hydraulik- und Pumpensystem. Am 23. Juni 1998 fand dann die feierliche Wieder-Einweihung statt.

Magischer Brunnen Barcelona
Ein täglicher Magnet für Touristen (Foto: BarcelonAlemany.com)

Insgesamt wurden im Laufe der langen Geschichte der Font Màgica de Montjuïc immer wieder Arbeiten zur Modernisierung durchgeführt. So wurden im Rahmen des Engagements Barcelonas für Nachhaltigkeit ein System zur Reduzierung des Wasserkonsums installiert.

Seit 2011 funktioniert der Brunnen dank neuer Technologien mit einem 3D-Choreografie-Generator. Dieser programmiert nicht nur alle drei Minuten neue Licht-, Wasser- und Musikshows. Er ermöglicht auch eine nicht unwesentliche Einsparung von Energie.

Die Uhrzeiten der Aufführungen der Wasser- und Lichtshow variiert je nach Jahreszeit und Wochentag. Diese sind aber (immer aktuell) auf der Website der Stadtverwaltung zu finden.


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