Im Barcelona findet man Straßenkunst an vielen Ecken. Das Mosaik “Die Welt wird in jedem Kuss geboren” entstand in Erinnerung an die Geschehnisse im Jahre 1714

Bei einem Spaziergang durch das Barri Gòtic ist es fast unmöglich, nicht an der beeindruckenden Kathedrale vorbeizukommen. Dabei übersehen aber viele einen kleinen Platz, der sich nur ein paar Schritte von der bekannten Touristenattraktionen entfernt befindet. Er ist eigentlich auch recht unscheinbar, wäre da nicht ein Straßenkunstwerk der ungewöhnlichen Art: Die Welt wird in jedem Kuss geboren.

Tausende Bürger wirkten mit

An der Mauer einer mittelalterlichen Finca hat der Künstler Joan Fontcuberta ein wahrhaftes Meisterwerk hinterlassen. 4000 kleine Kacheln ergeben das riesige Portrait eines Kusses mit dem Titel “El món neix en cada besada“. Übersetzt heißt das Werk „Die Welt wird in jedem Kuss geboren“, das etwas ganz Besonderes in sich birgt.

An dem Mosaik, dass Fontcuberta zusammensetzte, beteiligten sich tausende Einwohner. Doch dazu muss man ganz genau hinschauen. Dann bemerkt man nämlich, dass jede einzelne der kleinen quadratischen Kacheln an der Hauswand der Nummer 25 der Carrer de Ripoll verschiedenste Motive zeigt.

Mosaik des Kusses
Das Mosaik des Kusses im Barri Gòtic (Foto: BarcelonAlemany.com)

Mit einer speziellen Technik zur Übertragung von Fotos wurde jede Fliese mit einem einzigartigen Bild verziert. Die wahre Kunst daran ist aber zweifelsfrei, das Gesamtbild, das sich daraus ergibt: es zeigt zwei Personen, die sich küssen. Wie die Plakette neben dem Wandbild erklärt, wurde das Mosaik mit Hilfe anonymer Einsendungen vieler Einwohner erstellt.

Die Welt wird in jedem Kuss geboren

Das Projekt auf dem Plaça d’Isidre Nonell soll an die Geschehnisse am 11. September 1714 erinnern. Die katalanische Hauptstadt fiel vor mehr als dreihundert Jahren nach erbittertem Wiederstand in die Hände der kastilischen Truppen. An diesem Datum wird jedes Jahr auch der katalanische Nationalfeiertag begangen. Der Künstler inspirierte sich dabei an einer besonderen Metapher von Oliver Wendell Holmes: „Der Klang eines Kusses ist bei weitem nicht so ohrenbetäubend wie der einer Kanone, aber seine Wirkung hält viel länger an“.


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