An einem Tag wie heute, am 24. April 1992 wurde wichtigen Bauarbeiten abgeschlossen. Die „Rondes de Barcelona” sollten den Verkehr in der Stadt reduzieren.

Im Zuge der Olympischen Spiele wurden in der Stadt Straßeninfrastrukturen geschaffen, die den Verkehr für immer veränderten. Die „Rondes de Barcelona“ waren das Hauptprojekt und der „Nus de la Trinitat wurde dabei zu einem der meistbefahrenen Abschnitte.

Zögerliche Umsetzung

Geplant wurden diese Arbeit bereits in den 70er Jahren, durchgeführt allerdings erst viel später. Die massiven Veränderungen des Stadtbilds ließen die Verantwortlichen lange zögern. Teile der höher gelegenen Stadtviertel mussten abgerissen und Menschen umgesiedelt werden.

Meeresseitig war die Umsetzung nicht möglich, solange die Bahngleise nicht verschwanden, um Platz für die neue Strasse an der Küste zu machen. Doch spätestens mit der Kandidatur für die olympischen Spiele war klar, dass das etwas getan werden musste. Barcelona benötigte ein System, um den Verkehr aus der Innenstadt zu entfernen, damit alles ordnungsgemäß funktioniert. 

Der Bau der Rondes de Barcelona
Im Jahr der olympischen Spiele wurden die Rondes de Barcelona fertig (Foto: Arxiu de l’Ajuntament de Barcelona)
Die Rondes de Barcelona 2021 (Foto: BarcelonAlemany.com)

Aufgrund des Projekts „Olympia“ waren diese Arbeit unumgänglich. Dennoch musste ein Weg gefunden werden, die Auswirkungen auf die Stadt zu gering wie möglich zu halten.

Zwei Rondes, zwei Projekte

Die „Ronda de dalt“ im Norden der Stadt lag in der Verantwortung der Generalitat und wurde als Straße mit hoher Kapazität geplant. Im Süden lag die Kompetenz dagegen beim Ministerium für öffentliche Arbeiten. Grund dafür war der Hafen, der eine direkte Zufahrt für den Güterverkehr benötigte. Man wollte aber verhindern, dass Einwohner der Stadt den Zugang zu den Stränden der Stadt verlieren.

Deshalb gibt nur zwei Fahrspuren in jede Richtung. Der an Barcelona vorbeifahrenden Verkehr sollte laut den Planungen die Umfahrung im Norden nutzen. Gebaut wurden insgesamt über 50 Kilometer, wenn man zu Zufahrt zum Flughafen und der A2 mit einrechnet.

Die Rolle des Stadtrats

Der Stadtrat hatte dabei wichtige Aufgaben. Dazu gehörte die Enteignung von Grundstücken und die Umsiedlung der Bürger. Auch Dienstleistungen wie Strom, Wasser und Gas mussten neu organisiert werden. 

Es musste mit allen Nachbarschaftsverbänden der betroffenen Stadtteile verhandelt werden. Diese waren besonders in Nou Barris schwierig, wo es eine starke Tradition des Nachbarschaftskampfes gab. Zur Einigung führte die Zusage der Stadtverwaltung, die Entstehung eines Parks im Inneren des „Nus de la Trinitat“. Die Gesamtkosten der Investition betrugen seinerzeit rund 130.000 Millionen Peseten.

Autobahnkreuz Trinitat
Das Autobahnkreuz “Nus de la Trinitat” (Foto: Europa Press)

Eine der Grundideen der „Rondes de Barcelona“ war, dass der lokale Verkehr sie gar nutzen, sondern alternative Straßen haben sollte. Darin lag der große Unterschied des Projekts in Barcelona zu denen in anderen Städten wie Madrid oder Paris. Die anfängliche Schätzung betrug 90.000 Fahrzeuge pro Tag für die Umgehung am Wasser und 140.000 für die Ronda de dalt.

Heutzutage sind die Rondes de Barcelona das Limit für Fahrzeuge, die die Abgasnormen Barcelonas nicht erfüllen. Die Stadtverwaltung hat eine Zona de baixes emissions (Bereich geringer Abgaswerte) eingerichtet. In dieser darf man sich nur mit bestimmten Kraftfahrzeugen bewegen.

Obwohl diese Infrastruktur im Laufe der Zeit Bestand hat, ist es jetzt notwendig, das System der Mobilität für der Bürger zu verbessern. Dabei scheint die aktuelle Initiative, dem Autoverkehr Platz zu nehmen, die Situation eher zu verschlechtern. So geschieht es derzeit auf der Meridiana und wurde bereits auf dem Passeig de Zona Franca und der Carrer d’Aragó umgesetzt. Trotz weniger Verkehr in der Stadt kommt es aber in diesen Bereichen zu immer mehr Staus.


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