Landesweit treten mit Wirkung vom 11. Mai die neuen Tempolimits der DGT auf innerstädtischen Straßen in Kraft. 

SPANIEN / EUROPA PRESS. Nun ist es Realität, seit Dienstag gibt es neue Geschwindigkeitsregeln auf Fahrbahnen in Städten und Gemeinden. Besonders auf Straßen mit nur einer Fahrbahn pro Richtung gelten jetzt im ganzen Land die neuen Tempolimits.

Im vergangenen November hatte dies der Ministerrat mit dem Ziel beschlossen, die Zahl tödlicher Unfälle auf städtischen Straßen zu senken. Die Geschwindigkeit ist die Hauptursache für den Anstieg der Sterblichkeit bei Verkehrsunfällen in den letzten Jahren. Daten der DGT zufolge überschreiten Autofahrer die Geschwindigkeitsbegrenzung im Durchschnitt um 20 km/h. Dies lässt sich anhand der erhöhten Anzahl von Bußgeldern erkennen.

Die Gründe der neuen Regelungen

Eines der Motive dieser Maßnahme ist laut dem Verkehrsamt DGT vor allem die Forderung der Kommunen. Diese haben schon seit längerer Zeit um rechtliche Möglichkeiten gebeten, mehr „30er-Zonen“ einrichten zu können. Ein DGT-Sprecher erklärte die Entscheidung mit dem Anstieg der Zahl der Todesopfer bei Verkehrsunfällen in Städten im letzten Jahr. 2019 starben auf innerstädtischen Straßen in Spanien 6% mehr Menschen. Dabei war eine Tatsache besonders ausschlaggebend. Insgesamt 82% der Personen, die durch einen Verkehrsunfall starben waren Fußgänger, Fahrradfahrer und Motorradfahrer. 

Laut einer Studie verringern die neuen Tempolimits in Städten das Sterberisiko infolge von Verkehrsunfällen um bis zu 80%. Wenn die Geschwindigkeit des aufprallenden Fahrzeugs50 km/h beträgt, liegt das Risiko bei rund 90%. Dagegen sinkt das Risiko bei einem Unfall einem mit 30 km/h nach Angaben der DGT auf rund10%. Darüber hinaus ist mit 30 km/h auch der Weg, zum Stehen zu kommen erheblich geringer als bei 50 km/h.

Die neuen Tempolimits
Maximal 20 km/h in Strassen mit Gehweg auf gleicher Ebene (Foto: BarcelonAlemany.com)

Die bisherigen Erfahrungen mit 30er-Zonen 30 in Städten sind mehr als positiv. Die Zahl der Unfälle ist in diesen Bereichen um über 40% gesunken. Aus dem Bericht einer Gruppe von Experten für Straßenverkehrssicherheit geht ebenfalls hervor, dass sich der Umgebungslärm halbiert. Die neuen Tempolimits tragen dazu bei, Städte sicherer und lebenswerter zu machen“, sagte Sonia Jichi Ribera vom Verband der Fußgänger.

Nachhaltige Mobilität

Darüber hinaus sagte Ribera gegenüber Europa Press, dass die Änderung der Städtemodelle erfordert, dass diese zu 100% „begehbar“ ist. Dies gilt für alle Bürger, angefangen bei Kindern, über ältere Personen bis hin zu Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Das kann nur mit einer Befriedung der Straßen und anderen Verkehrsbeschränkungsmaßnahmen erreicht werden. Hierbei ist beispielsweise die Stadtverwaltung von Barcelona mit dem Projekt der Superilles bereits aktiv geworden. Wie in unserem Artikel beschrieben, werden im Stadtteil Eixample mehrere Straßen und Kreuzungen zu verkehrsberuhigten Zonen umgestaltet.  

„Es ist ein weiterer Schritt” für eine nachhaltige Mobilität, weil “weniger CO2-Emissionen entstehen werden. Außerdem wird sich die Qualität der Luft, die wir atmen, verbessern und sich die Lärmbelästigung erheblich verringern”. “Weniger Abgase und weniger Lärm bedeuten mehr Gesundheit, mehr Wohlbefinden”, betonte Ribera.

„Mehr Verkehrsteilnehmer machen es immer schwieriger, die Sicherheit zu gewährleisten“

PERE NAVARRO, DIREKTOR DES VERKEHRSAMTS
Busspur neue Tempolimits
Busspuren werden bei der neuen Regelung nicht mitgezählt (Foto: Europa Press)

“Es gibt immer mehr Verkehrsteilnehmer und dadurch mehr Interaktionen auf den Straßen unserer Städte. Nichts zuletzt durch die Entscheidung, dass Nutzer von eScootern auf der Strasse fahren müssen (Barcelonalemany berichtete). Das macht es so gut wie unmöglich, die Verkehrssicherheit bei Geschwindigkeiten über 30 km/h zu gewährleisten. Aus diesem Grunde musste reagiert werden”, sagte er.

Die neuen Tempolimits

Was genau ist neu? Die Änderungen der neuen Geschwindigkeitsbegrenzung wirken sich vor allem auf kleinere Straßen aus. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf Straßen in denen sich Fahrbahn und Bürgersteig auf einer Ebene befinden, beträgt nun 20 km/h. In Straßen, in denen es nur eine Fahrspur je Richtung gibt darf man generell nur noch mit 30 km/h fahren. Das Limit auf Straßen mit zwei oder mehr Fahrbahnen in jede Fahrtrichtung beträgt 50 km/h. Dabei ist zu beachten, dass die Bus- bzw. Bus- und Taxi-Spuren nicht mitgerechnet werden.

Grafik neue Tempolimits
Die neuen Tempolimits (Grafik: BarcelonAlemany.com)

Bußgelder

Bei Nichteinhaltung dieser neuen Vorschriften drohen Geldstrafen zwischen 100 und 600 Euro. Das zu zahlende Bußgeld hängt Umfang des Vergehens ab. Bei erheblicher Übertretung droht laut dem Artikel 379 des Strafgesetzbuches sogar Gefängnisstrafe, da es als Straftat gegen die Verkehrssicherheit gilt.


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