Die Bundesregierung will eine mögliche vierte Welle im Herbst vermeiden. Seit Donnerstag, den 13.5. gelten neue Einreiseregeln in Deutschland

In der vergangenen Woche hat die Bundesregierung neue Bestimmungen für die Einreise festgelegt. Darüber hinaus sollen Vorkehrungen an deutschen Flughäfen getroffen werden, um eine erneute Welle von Ansteckungen mit dem Virus zu verhindern.

Die vom Kabinett beschlossene Verordnung ist am 13. Mai in Kraft getreten. Nach den bundesweit einheitlichen Bestimmungen fallen die Maßnahmen wie Quarantäne und Testpflicht für vollständig Geimpfte und Genesene weg. Dies gilt allerdings nicht, wenn man aus Gebieten kommt, in denen es neue und ansteckende Virusvarianten gibt. 

Die neue Einreiseregeln in Deutschland besagen auch, dass Nicht-Geimpfte die Quarantäne von zehn Tagen umgehen können. Dies ist aber nur möglich, wenn sie aus einem „Risikogebiet“ kommen, allerdings einen negativen Test nachweisen können. Die Behörden wollen demnächst auch die Möglichkeit zur Verfügung stellen, diesen Nachweis bei der digitalen Einreiseanmeldung mit hochzuladen.

Die neuen Einreiseregeln in Deutschland sollen auch Europa-Reisen im Sommer erleichtern, beispielsweise bei Besuchen zwischen geimpften und nicht geimpften Familienangehörigen. 

Risiko-, Hochrisiko- und Variantengebiete

Der Faktor für die Einstufung als „Risikogebiet“ sind mehr als 50 neue Fälle von Coronavirus je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Von „Hochinzidenzgebiet“ wird ab 200 gemeldeten Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gesprochen. Länder bzw. Gebiete, in denen mit neuen Varianten des Virus registriert wurden, gelten als „Virusvariantengebiet“.

Bei der Rückkehr aus Hochinzidenzgebieten bleibt es dabei, dass man die Quarantäne frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen Test verlassen kann. Rückkehrer aus Virusvariantengebieten müssen weiter für 14 Tage in häusliche Quarantäne gehen, die nicht per Test verkürzt werden kann.

Testpflicht für Reiserückkehrer
Neue Regeln bei der Einreise nach Deutschland (Foto: ACN)

Die Bestimmungen richten sich weiterhin nach der Situation des jeweiligen Landes, aus dem man in die Bundesrepublik einreist. Hierbei gilt die Einschätzung des Robert Koch-Instituts. Dieses führt auf seiner Internetseite nach wie vor eine aktuelle Liste der Risiko-Länder und -gebiete konsultieren kann.

Situation in Deutschland

Die Anzahl neuer Ansteckungen mit dem Coronavirus sinken in Deutschland. Die Bundesländer, in denen die 7-Tage-Inzidenz unter 100 liegt, fangen an, ihre Anti-Covid19-Massnahmen zu reduzieren. In einigen Regionen, darunter Niedersachsen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein wird demnächst Gastronomie und Hotellerie wiedereröffnet. Andere Bundesländer planen ähnliche Schritte zu Pfingsten.

 „Wir brauchen schon jetzt strenge Tests“

Karl Lauterbach, Gesundheitspolitiker

Im Hinblick auf die bevorstehende Urlaubssaison war Karl Lauterbach, Gesundheitspolitiker gegenüber der Presse sehr optimistisch, mahnte aber gleichzeitig zur Vorsicht. „Wir verzeichnen eine Entwicklung der Pandemie mit einer positiven Tendenz. Wenn diese anhält, haben wir einen entspannten Sommer vor uns. Im Hinblick auf den Herbst müssen wir aber Vorsicht walten lassen“, erklärte Lauterbach. „Um jedoch eine vierte Welle im Herbst zu verhindern, müssen wir Vorkehrungen insbesondere für Reiserückkehrer treffen“, fügte er hinzu.

Ein Teil unserer Bürger wird sich nicht impfen lassen können oder wollen und wird keinen Schutz gegen das Virus haben. Aus diesem Grund „brauchen wir bereits jetzt strikte Tests an Flughäfen. Vor allem aber eine Quarantäne bis zum Testergebnis für Passagiere, die aus Mutationsgebieten einreisen“, betonte der SPD-Politiker.


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