Die Skulptur des weltbekannten katalanischen Künstlers sollte ursprünglich nur vorrübergehend bleiben. Doch am Ende waren die Nachbarn und ihre Carmela nicht mehr zu trennen.

Wenn man aus Richtung der Via Laietana zum Palau de la Música läuft wird man ihr begegnen. Seit einigen Jahren steht sie nun bereits dort und hat wohl auch ihr festes „zu Hause“ gefunden. Ursprünglich sollte sie sich eines Tages auf den Weg nach Amerika machen, doch die Anwohner haben ihre neue Nachbarin während all der Jahre so ins Herz geschlossen, dass der Künstler beschloss, sie denn Menschen des Viertels zu überlassen.

Der weltweit angesehene Bildhauer Jaume Plensa hat als Vorlage für die Figur das Gesicht eines kleinen Mädchens gewählt. Er hat es zuerst gescannt um ihm anschließend wieder eine dreidimensionale Form zu geben. Das fast 5 Meter hohe Objekt soll den Übergang aus der Kindheit zum Erwachsen werden darstellen.

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Die Carmela-Skulptur vor dem Palau de la Música (Foto: BarcelonAlemany.com)

Der Kontext von Carmela allerdings ist dennoch ein wenig seltsam in sich selbst. Man kann sie durchaus in die Kategorie der Dinge einordnen, die eigentlich nur für einen bestimmten Zeitraum erschaffen wurden, um am Ende doch für immer zu bleiben. Vergleichbar mit dem Eiffelturm. Außerdem zählt sie wohl zu den wenigen Petitionen in Change.org bei denen die Sammlung von befürwortenden Unterschriften tatsächlich ihr Ziel erreicht hat. Und was genau war in diesem Fall das Ziel?


Fundstücke in Barcelona


All die Unterstützung galt dem Verbleib von Carmela im Bezirk. Die Nachbarn und Anwohner des Viertels wandten sich ans Rathaus und bestanden darauf, dass man mit dem Künstler verhandele. Jaume Plensa, der fast als ein Prophet in der Kunstszenen seiner Heimatstadt gilt, war davon so beeindruckt und ließ sich auf das Anliegen der Anwohner ein.

Er entschied, sein Objekt der Stadt acht Jahre lang kostenlos zu überlassen. Zu dieser Vereinbarung kam es im Jahre 2016, was bedeutet, dass Carmela auf jeden Fall noch bis 2024 dort zu sehen und zu besuchen sein wird. Was danach geschehen wird, man weiß es natürlich nicht. Aber so gern wie die Menschen ihre Carmela haben, scheint es für sie nur eine Möglichkeit zu geben… Es wäre nicht das erste Kunstwerk, dass vom Rathaus gekauft wird, wie beispielsweise der Fall des berühmtesten Katers der Stadt zeigt.


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