Der berühmteste Kater der Stadt

Aus dem Kunstobjekt eines Kolumbianers wurde eines der Symbol Barcelonas. Der berühmteste Kater der Stadt und seine Geschichte.

Ganz auf die Weise, wie es seine lebenden Artgenossen tun, ist auch er viel in der Stadt umhergezogen. Die Rede ist von dem Werk eines kolumbianischen Künstlers, das Symbol von Raval und einem viel fotografiertes Objekt wurde. Es dauerte allerdings einige Jahre, bis der berühmteste Kater der Stadt endlich sein zu Hause fand.

Man kennt dieses Ritual von Hunden, aber auch von Katzen. Sie drehen sich erst mehrmals im Kreis, bis sie sicher sind, dass es der richtige Ort ist, um sich niederlassen. So war es auch im Fall des ‚Gat de Botero‘, der riesigen Skulptur eines Katers, entworfen vom berühmten südamerikanischen Bildhauer. In gewisser Weise kann man die Zeit, die eine Katze braucht, um sich hinzusetzen, mit der Dauer vergleichen, die Boteros Skulptur brauchte, um einen Platz zu finden.

Wohin mit dem Kater?

Es war im Jahr 1987, als der Stadtrat von Barcelona beschlossen hatte, die Skulptur zu kaufen. Dies war aber etwa wie bei beim Kauf eines Buchs, von dem man noch nicht weiß, wann man es liest. Denn in Wirklichkeit hatte man sich bis dahin noch keine Gedanken darüber gemacht, wo sie aufgestellt werden soll.

Kaum einer unserer Leser wird sich daran erinnern, dass sie anfangs im „Parc de la Ciutadella“ platziert wurde. Dort stand die während der ersten Jahre umgeben von den anderen Tierskulpturen. Später, im Zuge der Vorbereitungen auf die Olympischen Spielen 1992, wurde sie vor das „Estadi Olimpic Lluís Companys“ verlegt. Doch auch dies sollte nicht ihr endgültiges zu Hause werden und so zog sie zum nächsten Ort. Diesmal wurde das Kunstwerk auf den Plaça de Blanquerna gestellt um den Eingang zu den ‘Jardins del Baluard’ zu bewachen. Damit kam sie ihrem heutigen Standort sogar schon verdammt nah. 

Ganze 16 Jahre des „Herumstreunen“ und ohne dauerhafte Bleibe mussten vergehen, bis Boteros Kater endlich (s)einen festen Platz fand. Neue Kunst wird in der Nachbarschaft überwiegend herzlich empfangen, wie zum Beispiel die Carmela vom berühmten Bildhauer Jaume Plensa.

Dies war auch der Fall, als die 7 Meter lange und 2 Meter hohe Bronzeskulptur 2003 nach Raval kam. Trotz ihres abstrakteren Konzeptes waren vom ersten Tag nicht nur die unmittelbaren Nachbarn, sondern das ganze Viertel begeistert. Und auch bei vielen Touristen, die über die Rambla de Raval schlendern, ist das unübersehbare Kunstobjekt ein beliebtes Fotomotiv.

So ist es nicht nur dekorativ, sondern erfüllt gleich mehrere Funktionen. Es ist darüber hinaus auch zweckmäßig – oft wird es, wie beispielsweise auch das historische Cafè Zurich, als Treffpunkt genutzt. Vor allem aber zu einem repräsentativen Symbol geworden, und das nicht nur eines Viertel, sondern einer ganzen Stadt. 

Der letzte Umzug?

Ganz genau genommen, war allerdings auch dieser nicht der letzte Ort, an dem der berühmteste Kater der Stadt aufgestellt wurde. Im Zuge der Umgestaltung des Boulevards wurde er vom meeresseitigen Ende in die Mitte der Rambla de Raval gerückt.

Übrigens hat die von Fernando Botero erschaffene Skulptur auch noch „Verwandte“ auf der ganzen Welt. Eine von ihnen ist in Jerewan (Armenien) zu finden. Eine weitere steht vor einem luxuriösen Wohnhaus der Park Avenue in New York. Die dritte hat der 1932 geborene Künstler an seinem 80. Geburtstag seiner Heimatstadt Medellín zum Geschenk gemacht.


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