Das der Großteil der Bevölkerung Wasser in Flaschen kauft hat seinen Grund. Barcelonas Trinkwasser ist nicht trinkbar und giftiger als der europäische Durchschnitt

BARCELONA / ACN. Dass Barcelonas Wasser verbessert werden muss, ist nichts Neues. Das kann auch jeder bestätigen, der es einmal probiert hat. Dabei geht es nicht nur um den unangenehmen Geschmack. Viel problematischer ist die Menge der darin gelösten Bestandteile, deren Toxizität ein Problem für unseren Körper sein kann. Barcelonas Trinkwasser ist nicht trinkbar.

Die Lösung sollte aber nicht darin bestehen, auf Wasser in Flaschen zu setzen. Vielmehr sollte die Anzahl der zur Aufbereitung von Trinkwasser verwendeten Chemikalien verringert werden.


Alle Nachrichten, die neuesten Artikel und interessante Anekdoten immer direkt auf’s Handy erhalten? Hier klicken, um unseren Telegram-Kanal zu abonnieren.


Um unsere Webseite und damit auch den Service für unsere Lesern weiter verbessern zu können, sind wir auf etwas Hilfe angewiesen. Über eine kleine Unterstützung unserer journalistischen Arbeit würden wir uns daher sehr freuen:


Das Institute of Global Health hat eine bestimmte Beziehung zwischen den im Wasser vorhandenen Toxinen und Krankheiten wie Blasenkrebs festgestellt. Das geht aus einer im Jahr 2020 verfassten Studie hervor. Dabei handelt es sich vorrangig um Trihalogenmethane, toxische Verbindungen, die aus einer Reaktion von Chlor mit gelösten organischen Stoffen stammen. Bei Aufnahme dieser Stoffe über einen längeren Zeitraum, kann dies mit dem Auftreten von Blasenkrebs in Verbindung stehen.

Die Existenz dieser Toxine in Barcelonas Wasser ist dreimal höher als der europäische Durchschnitt. Wie Gesundheitsministerium veröffentlicht, stehen 10,9 % der Blasenkrebserkrankungen in Spanien, im Zusammenhang mit der Einnahme von Trihalogenmethanen. Das entspricht einer Zahl von fast 1500 Betroffenen.

inkwasser ist in Barcelona nicht trinkbar
Die Trinkwasserqualität in Barcelona muss verbessert werden (Foto: BarcelonAlemany.com)

Manolis Kogevinas ist wissenschaftlicher Direktor von ISGlobal und verantwortlich für die Leitung dieses Forschungsprojekts. Er verbindet dieses Problem mit der Chlorierung als Methode zur Reinigung des Wassers. Im Fall von Italien beispielsweise beträgt die Konzentration an Trihalogenmethanen 3,1 Mikrogramm pro Liter mit einer Inzidenzrate von 1,2% bei Blasenkrebs, eine Zahl, die sogar noch höher ist als in Spanien.

Flaschenwasser keine Lösung

Laut Kogevinas besteht die Lösung aber selbstverständlich nicht darin, Wasser in Flaschen zu verwenden. Denn das wiederum stellt eine enorme Verschwendung von Kunststoff dar, was die Umwelt belastet. Viel wichtiger wäre es, die zur Aufbereitung von Trinkwasser verwendeten Chemikalien zu reduzieren. 

Trotz der Zahlen und der Beziehung, die durch die die oben genannten Studie feststellt festgestellt wurden, überrascht aber eine andere Tatsache. Barcelonas Trinkwasser ist nicht trinkbar, überschreitet aber nicht die auf europäischer Ebene festgelegten Grenzwerte.


Um unsere Webseite und damit auch den Service für unsere Lesern weiter verbessern zu können, sind wir auf etwas Hilfe angewiesen. Über eine kleine Unterstützung unserer journalistischen Arbeit würden wir uns daher sehr freuen: